Abiball des Wilhelm-Hausenstein Gymnasiums 2026

„Es ist schon wahr: ChatGPT hat nicht euer Abitur gemacht. KI hat nicht morgens verschlafen den Bus genommen. KI hat nicht vor Klausuren gezweifelt, gehofft, gelernt, verdrängt und dann doch noch einmal angefangen. KI hat keine Studienfahrten erlebt, keine Mittagspausen geteilt, keine Insider gesammelt, keine Freundschaften geschlossen, keinen Streit ausgehalten und keine Versöhnung gesucht. Das wart ihr."

Rede des Schulleiters

Damit bezog sich Schulleiter Thomas Dornblüth in seiner Rede auf das Motto des Abiturjahrgangs 2026: „Chat A(B)I- Mit KI gechattet, Abi gerettet“. Natürlich habe KI auch hilfreiche Seiten gehabt. So rief er dazu auf, trotz Angst vor Umbrüchen und unvorhersehbaren Transformationen zuversichtlich zu bleiben. Des Weiteren lobte Herr Dornblüth die schulischen Leistungen der Abiturientinnen und Abiturienten: Bei einer Jahrgangsgröße von 60 Absolventen lag der Notendurchschnitt bei 2,2. Vierundzwanzig Schüler*innen absolvierten ihr Abitur mit einer Eins vor dem Komma. Amelie Vögele und die Scheffelpreisträgerin Sarah Schäfer erreichten sogar die Traumnote 1,0. Herr Dornblüth beendete seine Rede mit der Aufforderung „Bleibt Mensch!“

Schulband

Eingeleitet wurden die Feierlichkeiten durch eine musikalische Einlage der Schulband. Der heitere Rhythmus und die teils bekannten Melodien trugen ungemein zur ausgelassenen Stimmung im Publikum bei. Auch zwischen den Reden sorgte die Band mit Klassikern wie „Eye of the Tiger“ für Abwechslung. An den Instrumenten fanden sich vor allem Musikerinnen und Musiker aus dem Abschlussjahrgang wieder: Simon Ebel am Altsaxophon, Gerwin Litschauer mit der E-Gitarre, Amelie Vögele spielte das Tenorsaxophon und ihr Zwillingsbruder Mathis Vögele spielte das Schlagzeug. Das Baritonsaxophon wurde gespielt von Carlo Busch, der vor zwei Jahren ebenfalls am WHG sein Abitur absolviert hatte. Thomas Urban, unser Jazz-begeisterter Musiklehrer und Bandleader, trug am Keyboard seinen Teil zu den Stücken bei.

Elternvertreterin Kathrin Kistner

Zum Dank für ihr Engagement baten die Moderatoren Anna Aid-Moussa und Simon Ebel dann die Elternvertreterinnen und Elternvertreter des Jahrgangs auf die Bühne und überreichten ihnen jeweils ein Geschenk. Darauf folgte eine Rede der Elternvertreterin Kathrin Kistner: Sie wandte sich zunächst an die Abiturientinnen und Abiturienten und betonte, wie stolz sie auf ihre Leistung sein könnten. Besonders treffend formulierte sie: „Schule endet nicht an der Klassenzimmertür“ — Schließlich hätten die Eltern bei der gesamten Schullaufbahn ihres Kindes mitgelitten, bei den Hausaufgaben geholfen und bis zum Schluss ordentlich mitgefiebert.

Scheffelpreisrede von Sarah Schäfer

In ihrer Rede ging Sarah Schäfer davon aus, dass der Schulabschluss gleichermaßen ein Anfang wie ein Ende sei. Sie berichtete vom Schulanfang, den sie damals als besonders herausfordernd empfand. Außerdem betonte die Deutsch-Preisträgerin, dass der schleichende Wandel und unvorhersehbare Veränderungen oft zu Angst vor Kontrollverlust führten. Dennoch empfahl sie, dass man die Dinge auf sich zukommen lassen solle, ohne Perfektion anzustreben. Diesen Rat gebe sie vor allem auch sich selbst. Das Ende des Schullebens sei gleichzeitig der Beginn der Zukunft, der einem auch die Vergänglichkeit vor Augen führe. Hierbei bezog sich Sarah auch auf die Abilektüre „Die Heimsuchung“ von Jenny Erpenbeck, die in mehreren Episoden von Wandel, Leben und Tod erzählt. Die Scheffelpreisrede fasste so das melancholische Gefühl, das ein Abschluss mit sich bringt, gut in Worte. Nicht zu Unrecht schätzte Herr Dornblüth Sarahs Rede als „die wahrscheinlich beste Scheffelpreisrede seiner Karriere als Schulleiter“ ein.

In Kleingruppen von zwei bis fünf Schülern wurden nun die Abiturienten auf die Bühne gebeten. Feierlich und unter lautem Jubel erhielten sie ihre Zeugnisse. Zum Abschluss des formellen Teil wurde allen Lehrerinnen und Lehrern, die einen oder mehrere Leistungskurse in der Abschlussstufe übernommen hatten, ein Präsent überreicht.

Danach gab es im inoffiziellen Teil weitere abwechslungsreiche Programm-Beiträge und es wurde noch lange weitergefeiert.

Luisa Regnier, Presse-AG