Die Studienfahrt der K2 nach Manchester

Vier Uhr vierzig beim Check-in im Stuttgarter Flughafen: „Hab ich meinen Reisepass verloren?“, „Kann man Conditioner mit ins Handgepäck nehmen?“ — diese und tausend andere Unsicherheiten plagten die müden, aufgeregten Schülerinnen und Schüler der K2 am Morgen des 21. Septembers. Wir alle hatten große Erwartungen an unsere Studienfahrt nach Manchester: Die letzte Exkursion, bevor der Abiturstress beginnen würde, sollte schließlich etwas ganz Besonderes werden.

Vorher spekulierten wir, ob man Herrn Schindler zu solch unchristlichen Uhrzeiten am Flughafen einmal in Jogginghose antreffen würde, jedoch erschien er selbst da im Anzug. Frau Zirzow gab uns regelmäßig Anweisungen und wichtige Informationen: „Kann die letzte Reihe wiederholen, was ich gesagt habe?“, „Hat das jeder verstanden?“— eben ganz wie im Geschichtsunterricht, nur diesmal am Flughafen.

Englische Kultur und Traditionen

Noch am selben Tag, an dem wir in Manchester landeten, wurden wir mit englischer Kultur überflutet: Es gab High Tea und Scones in Bill’s Restaurant. Jeder von uns bekam eine eigene rote Teekanne, einen winzigen Metallkrug mit Milch und eine große Tasse serviert. Als dann auch noch die Scones aufgetischt wurden, fühlte man sich fast wie in einem Roman von Jane Austen. Später führte uns eine freundliche Engländerin durch die Stadt und erklärte uns viele historische Fakten zu den Gebäuden, Straßen und Gässchen. Im Laufe der Woche mussten alle Schülerinnen und Schüler einen Kurzvortrag halten. Wir durften uns im Vorfeld überlegen, welche Sehenswürdigkeit wir den anderen präsentieren wollen. Abends hatten wir oft Freizeit und durften mit unseren Freunden in kleinen Grüppchen die Stadt erkunden, Restaurants ausprobieren oder kleine Charity-Shops durchsuchen, wovon es in England jede Menge gibt.

Bis um neun Uhr morgens gab es jeden Tag ein großes Frühstücksbuffet. Dort entschieden sich die meisten für Earl Grey und Crumpets. Egal, wie früh man dran war, Frau Zirzow wartete immer schon in der Kantine mit einer „cup of tea“ und ihrem Laptop. Von da aus schickte sie im Laufe des Morgens eine Nachricht, um uns Infos oder Updates zum Programm zu geben. Dienstags erfuhren wir viel über die Einwohner während der Industrialisierung. Wir bekamen eine Führung durch die Quarry Bank Mill, eine Mühle, in der die Arbeiter, darunter Kinder und Frauen unter schlimmsten Bedingungen Textilien aus Baumwolle herstellen mussten.

Highlight Liverpool

Ein absolutes Highlight der Woche war der Tagesausflug nach Liverpool. Hier besuchten wir das Beatles Museum und lernten einiges über die „Fabulous Four“: Ringo Starr, Paul McCartney, John Lennon und George Harrison. Auch an den anderen Tagen kamen die Museumsbesuche nicht zu kurz: Mittwochs besuchten wir das Imperial War Museum in Trafford. Hier lernten wir, dass die Mohnblume das nationale Symbol für Kriegsveteranen und gefallene Soldaten ist. Ganz am Eingang erstreckte sich vom Boden bis unter die Decke ein Meer von Mohnblumen. Dieses Kunstwerk galt allen Soldaten, sowohl den Überlebenden als auch den Verstorbenen. Ein weiterer interessanter Programmpunkt war die Führung durch die Chetham‘s Library, die älteste öffentliche Bibliothek im englischsprachigen Raum.

Ein Tipp für alle, die eine Reise nach Manchester planen: Lasst euch auf keinen Fall das „Northern Quarter“ entgehen! Dieses kleine Künstlerviertel hat nämlich einiges zu bieten: Überall findet man einzigartige Wandbemalungen oder lustige Sprüche an Türen und Fenstern. Die kleinen Läden sind alle sehr individuell und vor allem die Vintage- Stores und Secondhand- Shops einen Abstecher wert.

Wie es sich für eine Studienfahrt gehört, haben wir in dieser Woche viel gelernt und konnten viele neue Eindrücke sammeln. Abgesehen davon hatten wir auch jede Menge Spaß und sind als Gruppe sehr zusammengewachsen. Ein großer Dank gilt unseren Lehrern, Frau Zirzow und Herr Schindler. Die Planung, die so eine Fahrt erfordert, ist nicht zu unterschätzen. Frau Zirzow steckte uns jeden Tag aufs Neue mit ihrer Begeisterung für Manchester an. Die beiden strahlten in jeder Situation Ruhe und Gelassenheit aus. Außerdem waren sie für so manchen Spaß zu haben und machten die fünf Tage, die wir zusammen verbrachten, noch lustiger.

Luisa Regnier, K2