Demokratie live: Schülersprecherteam besichtigt Europaparlament in Straßburg

Für Schülersprecherinnen und Schülersprecher in Baden-Württemberg gibt es jedes Jahr zahlreiche Bildungsangebote. Neben Workshops und Seminaren besteht die Möglichkeit, an einer Exkursion in das Europaparlament Straßburg teilzunehmen. Das Ziel dieser Exkursion ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Demokratie zu stärken. Schülerinnen und Schüler sollen ermutigt werden, sich für die Demokratie stark zu machen und für eine toleranten offene Welt zu stehen. Das Schülersprecherteam des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums besteht aus Moritz Busch (K1), Luisa Regnier (K1), sowie Melina Pella (K1) und Charlotte Regnier (8a).

Wir alle haben uns dazu entschieden, mit einigen anderen Schülersprecherteams mit dem Bus nach Straßburg zu fahren und das demokratieschützende Angebot anzunehmen. Geleitet wurde das Ganze von den SMV-Lehrern des Landes Baden-Württembergs, Thomas Heckmann, Julia Kraus und Thomas Weber. Straßburg begrüßte uns am Morgen mit herrlichem Wetter und die Sonne ließ das große Gebäude nochmal beeindruckender aussehen. Besonders interessant waren dessen architektonischen Hintergründe: Ein großer Teil des Gebäudes ist aufgebaut wie ein Zylinder, der nach oben hin unvollständig aussieht. In der Mitte des Kreises liegt der Innenhof. Von unten bis oben sind Fenster, die den Einblick in die vielen Büros ermöglichen. Dies ist natürlich keine Fehlkonstruktion oder gar Zufall: Die scheinbare Unvollständigkeit des Bauwerkes steht für die Europäische Union, die mit ihrer Politik immer noch „ausbaufähig“ ist. Die kreisrunde Form erinnert an Gemeinschaft- weil Politik in Europa, wie auch sonst überall auf der Welt, nur gemeinsam funktioniert. Die vielen Fenster stehen für transparente Politik, die ein wichtiges Merkmal einer funktionierenden Demokratie ist. Mit der Symbolik des Gebäudes ging es auch innen weiter: Jeder Raum war offen und begehbar- es gab kaum verschlossene Türen. Dies sollte die Zugänglichkeit der Politik widerspiegeln. Der große Plenarsaal befindet sich in einer großen Kuppel, die mit ihrer Form an unseren Planeten erinnert. Dies soll darstellen, dass im Saal die Interessen der ganzen Welt zur Sprache kommen. Jedes Land soll berücksichtigt werden. Wir wurden in einen großen Saal geführt, indem ein 360-Grad Kino mit einem Film über die Geschichte des Europaparlaments auf uns wartete. Später bekamen wir eine Erklärung zur Politik im Europaparlament- also, wie die Parteien aufgestellt sind, wie Beschlüsse zustandekommen und wie sich Politiker dort einsetzen. Zu guter Letzt durften wir als stille Zuschauer an einer Parlamentsdebatte teilnehmen. Wir konnten live beobachten, wie die Abgeordneten über aktuelle Themen abstimmten.

Es war sehr spannend, mehr über die Geschichte der EU, beziehungsweise des Europaparlaments und der Demokratie zu erfahren. Wir nehmen viel von diesem Erlebnis mit und empfehlen allen, die die Chance haben, das Europaparlament zu besichtigen (auch privat ist dies ganz einfach möglich), diese zu nutzen!

Luisa Regnier, K1