Unser Besuch im EnBW-Kraftwerk Karlsruhe
Was bedeutet es eigentlich, wenn wir zu Hause den Lichtschalter betätigen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, machte sich unser NwT-Kurs der 10. Klasse auf den Weg zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk (RDK) der EnBW. Begleitet wurden wir von unserer Lehrerin Frau Assmann, die uns bereits im Unterricht auf die physikalischen Grundlagen vorbereitet hatte.
Vor den Toren des gewaltigen Blocks 8 wurden wir von unserem Gruppenführer, Herrn Detlev Flick, begrüßt. Herr Flick, der die Anlage wie seine Westentasche kennt, führte uns zunächst in den Informationsraum, wo er uns anhand eines Modells den Aufbau des Standorts erklärte. Besonders spannend: Block 8 ist nicht irgendein Kraftwerk, sondern eines der weltweit effizientesten Steinkohlekraftwerke mit einem Wirkungsgrad von über 46 Prozent.
Nachdem wir die Sicherheitsausrüstung bekamen, grüne Helme und Kopfhörer, damit wir Herrn Flick auch bei laufenden Maschinen verstehen konnten, begann der Rundgang. Unser Weg führte uns zuerst zur Kohleentladung am Rhein. Es war beeindruckend zu sehen, welche Mengen an Steinkohle hier täglich per Schiff ankommen und über Förderbänder in die riesigen Kohlemühlen transportiert werden, wo sie zu feinem Staub gemahlen werden.
Ein echtes Highlight war das Kesselhaus. Man konnte die enorme Hitze der Brenner förmlich spüren, die das Wasser in den kilometerlangen Rohren in Hochdruckdampf verwandeln.
In der Maschinenhalle wurde es dann richtig laut. Hier konnten wir die gewaltige Niederdruckturbine und den Generator aus nächster Nähe betrachten. Dass sich diese tonnenschweren Bauteile 50 Mal pro Sekunde (50 Hertz) drehen müssen, um unser Stromnetz stabil zu halten, war für viele von uns eine abstrakte Zahl, die hier plötzlich greifbar wurde.
Zu Beginn der Führung thematisierten wir mit Herrn Flick auch die kritischen Fragen der Energiewende. Er erklärte uns die Funktion der Rauchgasentschwefelung und der Stickoxidminderung, die dafür sorgen, dass die Emissionen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Auch die Rolle des Kraftwerks als „Backup“ für die erneuerbaren Energien wurde diskutiert, was uns einen neuen Blickwinkel auf die aktuelle Energiepolitik eröffnete.
Ein großes Dankeschön geht an Herrn Detlev Flick, der uns mit viel Geduld und Fachwissen durch die Anlage geführt hat. Die Exkursion hat uns gezeigt, dass hinter der Steckdose viel mehr steckt als nur Kabel – nämlich eine Meisterleistung der Ingenieurskunst.
Noah Richter, 10b












